10.07.2019 | 19 Uhr | LieblingsVoKü und Info: “Talking about Revolution in Sudan” mit Ibrahim Khattab | @ Ida Nowhere – Donaustraße 79

Einladung

Mittwoch – 10. Juli – Ida Nowhere (Donaustraße 79 in Neukölln)

17.00-18.30 Uhr – kostenlose Strafrechtsberatung

19.00 Uhr – leckeres veganes Essen von Deiner LieblingsVoKü

19.45 Uhr – Vortrag zur Revolution im Sudan mit dem sudanesischen Menschenrechtsaktivisten Ibrahim Khattab.

Talking about Revolution – in Sudan!

Seit Dezember 2018 erheben sich die Menschen im Sudan gegen die Bürgerkriege und die erdrückenden politischen und wirtschaftlichen Bedingungen. Im April 2019 wurde nach 30 Jahren der Diktator al-Baschir abgesetzt. Er war unter anderem für Krieg, Völkermord und organisierte Kriegsverbrechen in Darfur verantwortlich. Seitdem ringen (Para-)Militär und zivile Opposition um die Zukunft des Landes. Der Revolutionär*innen versuchen mit Demonstrationen, Protestcamps und Generalstreiks die islamistische Militärdiktatur endgültig loszuwerden und eine sekuläre, freie(re) Gesellschaft aufzubauen. Eine führende Rolle spielt der Dachverband der Gewerkschaften, die Sudanese Professionals Association. Eine der bekanntesten Bilder der Revolution zeigt die Studentin Alaa Salah beim agitieren der Massen (siehe Flyerbild), was die wichtige Rolle der Frauen in der Revolution dokumentiert.

Am 03. Juni kam es in der Hauptstadt Khartoum zu einem Massaker durch die Militärs. Außerdem ist seit Wochen das Internet abgeschaltet oder eingeschränkt. Dies führte aber nicht zu dem Ende der Revolution, im Gegenteil gingen am 30. Juni Millionen Menschen auf die Straße um ihren Forderungen nach Freiheit und Wandel aufrecht zu erhalten, bei Übergriffen des Militärs starben aber wieder mindestens 7 Menschen. Für den 13. Juli wird zur nächsten Großdemo gegen den Militärrat mobilisiert und für den 14. Juli wird die Bevölkerung zum Generalstreik aufgerufen – es wäre nicht der erste.

In den Konflikt mischen sich regionale und überregionale Großmächte ein, z.B. Saudi Arabien, Ägypten, Äthiopien, Vereinigte Arabische Emirate, Türkei, USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die EU. Gerade die autoritären Regime in der Region sind gegen einen Regimewechsel durch Revolution eingestellt – besonders gegen einen sekulären. Mitte Juni fand ein internationales Treffen der Mächte zum Sudan-Konflikt in Berlin statt. Deutschland und die EU finanzieren bisher die islamistischen Paramilitärs im Sudan im Namen der “Migrationskontrolle”.

Seien wir solidarisch
mit der zivilen Opposition im Sudan und ihrem Kampf
gegen Krieg und Militarismus,
gegen Islamismus und Diktatur,
gegen die Unterdrückung der Frauen,
für Freiheit und ein besseres Leben!


Zum Einlesen empfehlen sich die Wikipedia-Seite zum Sudan und zur aktuellen Revolte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sudan
https://de.wikipedia.org/wiki/Proteste_im_Sudan_2018%E2%80%9319

Die zentralen Forderungen der Revolution wurden zu Beginn der Aufstände vom Dachverband der Gewerkschaften formuliert und sind nach wie vor aktuell:
https://www.sudaneseprofessionals.org/en/declaration-of-freedom-and-change/

Aktuelle Nachrichten sind leider am besten über Facebook und Twitter zu erhalten. Hier jeweils ein Beispiel:

fb: @SudanUprisingGermany
https://twitter.com/hashtag/SudanUprising

Ansonsten sind sie leider nicht so leicht und erst recht nicht aktuell zu finden. Es berichten aber z.B.:
anfdeutsch.com
jacobinmag
schön ist auch zu sehen, wie sich deutsche Leitmedien mit dem Thema beschäftigen, ohne edie kräftigen deutschen Zahlungen an das ancient regime auch nur zu erwähnen: spiegel.de

Weitere deutschsprachige Analysen finden sich hier:
cosmoproletarian-solidarity
lowerclassmag.com
es gibt also nicht so viel…

Auf Englisch und Arabisch gibt es viel, viel mehr, da es die Amtssprachen des Landes sind.

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