Fr – 15.12. – ab 18 Uhr – die UnvermietBar öffnet wieder

Nach der gelungenen Neueröffnung im November öffnet die UnvermietBAR auch diesen Monat ihren Tresen für alle Menschen, die gegen Verdängung und für selbstverwaltete Räume den Becher erheben wollen. Es gibt wieder wärmende Suppe, Glühwein und Bier, außerdem eine warme nicht-alkoholische Alternative. Dazu beschallen wir euch mit konservierter Musik. Zieht euch warm an und trinkt mit uns auf das Weiterbestehen der Friedel54!

Bei der UnvermietBar sammeln wir Solikohle für Fabio, der im Zuge der G20-Proteste in Hamburg 5 Monate in U-Haft saß.

Fabio ist frei, aber die Repression geht weiter. So mussten 10.000 € Kaution hinterlegt werden. Auch der Prozess gegen ihn läuft weiter. Fabio war wie tausend andere Genossen im Sommer in Hamburg um ihren Missfallen gegen den G20-Gipfel zum Ausdruck zu bringen. Den Gipfel jener 20 Menschen, Männer und Frauen, welche die reichsten Industrieländer der Welt vertreten. Deswegen wurde er festgenommen und
verbrachte 5 Monate im Knast.

Getroffen hat es Fabio gemeint sind wir alle!!

Dazu wollen wir Fabio selbst zu Wort kommen lassen:

Erklärung von Fabio V. anlässlich der Sitzung am 07. November 2017 im Amtsgericht Hamburg-Altona

“[…]Wie Sie sich vorstellen können, werde ich heute in Bezug auf die Sache, wegen der ich angeklagt bin, von meinem Recht zu schweigen Gebrauch machen. Aber ich möchte etwas über die Beweggründe sagen, weswegen ein junger Arbeiter aus einer abgelegenen Stadt in den östlichen Voralpen nach Hamburg gekommen ist. Er tat dies, um sein Missfallen am G20-Gipfel zum Ausdruck zu bringen.

G20. Allein der Name an sich hat etwas Perverses.

20 Menschen, Männer und Frauen, welche die reichsten Industrieländer der Welt vertreten, versammeln sich um einen Tisch. Sie sitzen alle zusammen, um über unsere Zukunft zu entscheiden. Ja, ich habe es richtig gesagt: „unsere“ Zukunft. Meine Zukunft, die Zukunft aller Menschen, die heute hier in diesem Saal sitzen, sowie die Zukunft weiterer 7 Milliarden Menschen, die auf unserer schönen Erde wohnen.

20 Menschen entscheiden über unser Leben und unseren Tod.

Selbstverständlich ist die Bevölkerung zu diesem netten Bankett nicht eingeladen. Wir sind nichts anderes als die dumme Schafsherde der Mächtigsten der Welt. Hörige Zuschauer dieses Theaters, in dem eine Handvoll Menschen die ganze Menschheit in der Hand hat.[…]

Die Entscheidung, nach Hamburg zu kommen, war eine parteiische Entscheidung. Es war die Entscheidung, mich auf die Seite von denen zu stellen, die um ihre Rechte kämpfen. Und gegen die, die sie ihnen wegnehmen wollen. Es war die Entscheidung, mich auf die Seite der Unterdrückten zu stellen. Und gegen die Unterdrücker. Es war die Entscheidung, gegen die kleineren und größeren Mächtigen zu kämpfen, die unsere Welt behandeln, als wäre sie ihr Spielzeug. Und denen es dabei egal ist, dass immer die Bevölkerung ihren Kopf dafür hinhalten muss.

Ich habe meine Entscheidung getroffen und habe keine Angst davor, wenn es einen Preis geben wird, den ich ungerechterweise dafür zahlen muss.

Nichtsdestotrotz gibt es noch etwas, das ich Ihnen sagen möchte, ob Sie mir es glauben oder nicht: Gewalt mag ich nicht. Aber ich habe Ideale und ich habe mich entschieden, für sie zu kämpfen.

Ich bin noch nicht fertig.

In einer historischen Zeit, in der überall auf der Welt neue Grenzen entstehen, neue Zäune mit Stacheldraht aufgebaut und von den Alpen bis zum Mittelmeer neue Mauern errichtet werden, finde ich es wundervoll, dass Tausende junger Menschen aus jedem Teil Europas bereit sind, gemeinsam in einer einzigen Stadt für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen. Über jede Grenze hinaus. Mit dem einzigen Ziel, die Welt etwas besser zu machen als wir sie vorgefunden haben.

Denn, Frau Richterin, Frau Schöffin, Herr Schöffe, Frau Staatsanwältin, Herr Jugendgerichtshelfer, wir sind nicht die Schafsherde von zwanzig mächtigen Herrschaften. Wir sind Frauen und Männer, die das Recht haben wollen, über ihr eigenes Leben selbst zu entscheiden.

Dafür kämpfen wir. Und dafür werden wir weiterkämpfen.”

Die komplette deutsche Übersetzung findet sich hier.

Freitag – 15.12. – ab 18 Uhr – Friedelstr. 54 – UnvermietBar

13.12.! | 19 Uhr | Deine LieblingsVoKü @ B53/55

Deine LieblingsVoKü lädt ein:

Der 13.12. ist ein Feiertag! Wir feiern ihn mit einem leckeren veganem
Winteressen – Klöße, Rotkohl und Bullenbraten – wie immer gegen Spende.
Dazu gibt es kühles Sabotage-Pils (1312) vom Fass und durchgehend Mucke
für den Bullenhass.
Sören Kohlhuber liest aus der Bravo und das ein oder andere Schmankerl
wird euch außerdem noch überraschen.

Los gehts am Mittwoch ab 19 Uhr in der Braunschweiger Str. 53/55*.

*wir gehören in die Friedel54 und sind nur im Exil

https://friedel54.noblogs.org/
https://www.spentcollective.de/
https://twitter.com/SoerenKohlhuber

5.12. | 20 Uhr | Punkrock-Tresen in Dresden

Der Punkrock-Tresen aus der Friedel54 macht sich auf den Weg nach Dresden. Da uns der Kiezladen in Nord-Neukölln genommen wurde, müssen wir zur Zeit auch mal unerwartete Wege gehen und diese führen uns am 5.12. ins gruselige Sachsen. Aber mit dem fantastischen AZ Conni haben wir einen gemütlichen Ort gefunden, wo wir gerne unser Dosenbier in den Kühlschrank stellen.

An dem Abend teilen wir uns die Räume mit dem EA Dresden, welcher ab 20 Uhr seine wöchentliche Sprechstunde anbietet (https://www.azconni.de/termin-regular/rote-hilfe-tresen/). Wir werden den Abend abrunden mit lecker Vokü nach Neuköllner Art und ein paar Informationen zum Kampf um die Friedel54. Wie üblich gibt’s auch pfandfreies Dosenbier für die trockenen Kehlen und feinsten Punkrock für die von dummdeutscher Hetze geschundenen Ohren.

Friedel im Exil – Always moving forward

18. Nov | 18 Uhr | Frei(T)räume-Demo

Frei(T)räume – Für den Erhalt selbstverwalteter Projekte und gegen den Ausverkauf der Stadt!

Über 20 Projekte sind akut, oder bald, räumungsbedroht. Das betrifft nicht nur Projekte wie die Rigaer 94, Liebig 34, Potse, Drugstore, black triangel, Haus Mainusch, Rote Insel/Manstein, Linie 206, uvm… sondern auch Gemeinschaftsgärten wie die Prachttomate.
Wohnprojekte, Werkstätten, Gemeinschaftsgärten, Kiezläden, Jugendzentren, Kneipenkollektive, Kulturprojekte und Wagenplätze – Sie alle haben etwas gemeinsam – Sie sind selbstverwaltet und unerwünscht…

Die Kampagne Frei(T)räume kämpft für den Erhalt aller (sowie Schaffung von) Freiräumen und für eine Stadt von Unten.
Wenn wir nicht heute für die verbleibenden Freiräume kämpfen wird es morgen keine mehr geben!

Auch auf dem Wohnungsmarkt läuft so einiges schief. Unzählige Zwangsräumungen, unerträglich hohe Mieten, unmögliche Modernisierungen… Die Stadt wird ausverkauft – und das lassen wir nicht weiter zu!

Die Demo startet am Samstag um 18 Uhr am Halleschen Ufer beim U-Bahnhof Möckernbrücke und zieht Richtung Schöneberg.

Plakate und Flyer liegen ab spätestens Montag im Buchladen Schwarze Risse im Mehringhof (Gneisenaustr. 2) und im Buchladen zur schwankenden Weltkugel (Kastanienallee 85) aus.

Friedel54 im Exil: Make Amazon Pay! / Block Black Friday! | Mi. 15.11. | ab 19 Uhr | @ B5355

Mi. 15.11. | ab 19 Uhr | @ B5355 (Braunschweigerstraße 53-55)

Diskussionsveranstaltung zur “Kampagne Make Amazon Pay” mit polnischen Amazon-Beschäftigten

EDIT: Die Veranstaltung findet leider ohne den polnischen Besuch statt.

Und Essen gegen Spende von Deiner LieblingsVoKü

Amazon ist ein Pionier in zweierlei Hinsicht. Erstens setzt es neue Maßstäbe für die Ausbeutung, Unterdrückung und Entwürdigung der Beschäftigten. Unter anderem mit Griffen in die technologische Trickkiste zerlegt es jegliche Prozesse im Arbeitsleben und schafft so eine neue Dimension von Überwachung und Kontrolle. Die seit 2013 stattfindenden Auseinandersetzungen sind nicht nur entscheidend für die Zigtausend Beschäftigten bei Amazon selbst, sondern sie werden Leuchtturmeffekt für Arbeitsverhältnisse auch über die Logistikbranche hinaus haben. Zweitens ist Amazon mit als Silicon-Valley-Unternehmend zunehmend Tonangeber für eine technokratische Zukunft, die mit technologischem Fortschritt und Einfachheit überzeugen zu versucht – alles ist digitalisiert, alles ist automatisch, alles ist überall verfügbar und alle sind miteinander verbunden. Zweifelsohne bieten einige dieser technologischen Errungenschaften Potential für ein gutes Leben für alle, doch unter der Ägide von Amazon und Co gelten immer noch Profitmaximierung, Arbeitswahn und Ausbeutung.

Die Kampagne „Make Amazon Pay“ sagt hingegen: Eine andere Zukunft ist möglich! Wir streiten für eine lebenswerte, soziale und ökologisch nachhaltige Zukunft für alle und unterstützen mit unserer Aktion die stattfindenden
Auseinandersetzungen der Amazon-Beschäftigten in Deutschland und darüber hinaus.

Die Veranstaltung mobilisiert für die Aktionswoche vom 20.-26.11. Mit der Aktionswoche rund um den Black Friday am 24.11.17 (Amazons internationalem Schnäppchen-Tag) wollen wir die kämpfenden Belegschaften unterstützen. Am Black Friday wollen wir die Wirkung vorweihnachtlicher Streiks durch die Blockade eines Amazon-Standorts verstärken. Das Innenstadt-Verteilzentrum im Berliner Kudamm-Karree garantiert eine Zustellung der dort lagernden Produkte innerhalb von zwei Stunden (für Prime-Kund*innen sogar innerhalb einer Stunde). Eine in den engen Seitenstraßen durchaus angreifbare Garantie! Solidarische Amazon-Kund*innen schicken in dieser Woche vermehrt (versandkostenfreie) Bestellungen ab und wieder zurück und legen den Retouren solidarische Botschaften an die Belegschaft bei. Weitere solidarische Aktivitäten sind zu erwarten.

Mehr Material und eine sehr lesenswerte Broschüre findet sich auf der Homepage der Make Amazon Pay! – Kampagne.

Eine weitere Infoveranstaltung mit Bezug auf amazon findet am 20.11. ab 19 Uhr in der Lunte (Weisestr.53) statt. Titel ist: “Disrupt! – Widerstand gegen den technologischen Angriff!”

Weitere Infos: https://capulcu.blackblogs.org/

Friedel54 im Exil: Einführung in die FoodCoop Schinke09| So. 19.11. | ab 16 Uhr | @ Bilgisaray

So. 19.10. | ab 16 Uhr | @ Bilgisaray (Oranienstraße 194)

Einführung in die FoodCoop Schinke09

FoodCoops sind ein guter Weg, einen Teil des Alltags selbstorganisiert
zu gestalten und damit auch noch Geld zu sparen. Wir beziehen gemeinschaftlich Produkte (v.a. Essen) von regionalen oder „fair-handelnden“ Lieferant_innen und achten besonders auf ökologische und soziale Produktionsbedingungen. Es ist also eine konstruktive Kritik an all den Ausbeutungsverhältnissen in der industriellen Landwirtschaft und im Einzelhandel.

Bei Kaffee und Kuchen geben wir ab 16 Uhr Infos über die Idee der FoodCoop/Einkaufsgemeinschaft und erklären, wie ihr bei uns einsteigen könnt.

Die FoodCoop Schinke09 sucht neue Mitglieder!

Gerne mit Anmeldung unter info (ät) fcschinke09.de

03.11. | 9.15 Uhr | Gerichtsverfahren wegen Friedel54-Demo | @ Amtsgericht Tiergarten, Kirchstr. 6

Am Freitag wird ab 9.15 im Amtsgericht Tiergarten nach dem Pups-Prozess die nächste Komödie aufgeführt. Unsere geheimen Helden des Stücks sind prinzipiell jene Demonstrationsgänger*innen, die sich weder von Anmelder*innen, noch Bullen vorschreiben lassen wie laut sie sein sollen. Trotzdem freuen wir uns, wenn ihr solidarisch seid, mit dem Menschen, der den Arsch dafür hinhalten muss. In diesem Sinne: Hoch die interkiezionale Solidarität!

“Am 22. April fand die Interkiezionale Demonstration in Solidarität mit der damals noch räumungsbedrohten Friedel54 statt. Doch den Bullen war die Demo zu laut, das freut uns natürlich, nur steht deshalb leider nun “der Anmelder” vor Gericht. Die Bullen werfen ihm nun ein Verstoß gegen das Immissionsschutzgesetz vor und versuchen uns so uns für die Zukunft mundtot zu machen. Doch das können sie knicken, kommt zum Gericht, seid solidarisch, seid laut, seid widerständig. Das Ganze findet in der Kirchstraße 6 im Raum 2092 statt.”

Quelle: http://stressfaktor.squat.net/termine.php?day=2017-11-03