Wir unterstützen die Initiative ‘Neue Berliner Linie’

Kneipen wie das Syndikat, Jugendclubs wie Potse & Drugstore, Läden wie Kamil Moden, Wohnprojekte wie die Liebig 34, Besetzungen wie die Großbeerenstraße 17a und viele viele weitere sind von Kündigung oder Räumung bedroht*. Das Jahr 2019 scheint das Jahr zu werden, in dem Berlin den nächsten großen Teil seiner selbstverwalteten, unkommerziellen, alternativen oder einfach alteingesessenen Infrastruktur verliert. Überall in der Stadt sind Eigentümer nicht mehr bereit, Gewerbemietverträge zu verlängern. Sie reihen sich ein in die Schar der Eigentümer, die Mieter*innen aus ihren Wohnungen schmeißen. Wofür? Für Immobilienriesen mit Briefkästen in Luxemburg und Offshore-Konten, aufgeblähte Start-up-Kultur oder einfach Spekulation und Profit.

Die Stadt wird ausverkauft.

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EG der Friedel54 bleibt unvermietbar!

Seit der Räumung unseres Kiezladens am 29.06.2017 steht der Teil des Erdgeschosses in der Friedelstraße 54 leer. Nach vielen Monaten, in denen nichts passierte, haben umfangreiche Bauarbeiten stattgefunden und die Fläche wurde in 2 Wohneinheiten im hinteren Teil und eine winzige Gewerbeeinheit vorne umgewandelt. Der Umbau fand nicht unbemerkt und unwidersprochen statt, so hat sich bspw. in der Nacht zum 04.11.18 ein Poltergeist den Räumlichkeiten bemächtigt und dort allerlei angerichtet.

Wie wir nun erfahren haben, werden die beiden Wohneinheiten, sowie die Gewerbeeinheit beim selbstgenannten “Kiezmakler” Aden Immo angeboten. Continue reading “EG der Friedel54 bleibt unvermietbar!”

Monatsprogramm Februar

Der Februar bringt wieder ein reich gefülltes Friedel54 im Exil-Monatsprogramm.

In vielen Kiezen wird weiterhin gegen Verdrängung gekämpft. In Rixdorf konnten die Häuser in der Thiemannstraße 16-23 und der Böhmischen Straße 21 und 23 durch das Vorkaufsrecht vor dem dänischen Rentenfonds PFA gerettet werden. Dies ist der Selbst-organisation der Bewohner*innen und ihren öffentlichkeitswirksamen Aktionen zu verdanken, die damit den Baustadtrat in Bewegung gebracht und den Investor abgeschreckt haben. Nun gehören sie dem kommunalen Unternehmen Stadt und Land. Wir wünschen den Bewohner*innen viel Glück, weil auch dort ist nicht alles rosig. Stadt und Land lässt nach wie vor ein ganzes Haus in Neukölln leerstehen und verfolgt die Besetzer*innen mit Strafbefehlen. Wir fordern Straffreiheit für alle Besetzer*innen!
Besetzt wird weiterhin in der Großbeerenstraße 17a. Ihren Schlüssel nicht abgegeben haben der Jugendclub Potse, das Syndikat, die Freibeuter*innen in der Rummelsburger Bucht, der Laden Kamil Mode in Kreuzberg und das Hausprojekt Liebig34 im Friedrichshainer Nordkiez. Wir sagen richtig so! Wir bleiben alle!
Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Mietenwahnsinn-Demo am 06.04.2019 auf Hochtouren.

Auch ein anderes Großereignis wirft seinen Schatten voraus. Am 08.03. soll es einen Frauenstreik geben. Wir sind gespannt. Weitere Infos auf: frauenstreik.org/ortsgruppen/

Noch in diesem Monat findet in Berlin der Europäische Polizeikongress statt. Dieser ist eine Diskussionsplattform für Vertreter*innen der Polizei und Sicherheitsbehörden, sowie eine Industrieausstellung für die neuesten Waffen und Überwachungstechnologien. Dieser Kongress bietet Jahr für Jahr eine Möglichkeit, um die Überwachung und Verfolgung unliebsamer politischer Gegner*innen effektiver zu machen und europaweit zu standardisieren. Thema des diesjährigen Kongresses ist: „Sicherheit-Migration-Integration“. Das heißt es treffen sich die Chefs der europäischen Grenzpolizeien und tauschen sich aus, wie sie am besten Geflüchtete verfolgen und abschieben können, falls diese nicht schon auf der Flucht gestorben oder in Sklaverei geraten sind.
Und die Resultate des Kongresses werden sichtbar: Die Angleichung von Polizeitaktiken, Militarisierung in Vorgehen und Ausrüstung, Durchsetzung von Überwachungsmaßnahmen, die Umgehung von richterlicher Kontrolle, immer mehr Polizeihandeln auf präventiver Basis ohne Schuldnachweis, Verfolgung kurdischer Aktivist*innen, und das Behandeln von Migration als „Sicherheitsproblem“ und die daraus folgende Entmenschlichung.
Derzeit sind solche europäischen Absprachen auch vor den Gerichten zu sehen, in Hamburg wird im „Elbchaussee“-Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt, ob in Zukunft die bloße Teilnahme an einer gewaltsamen Demonstration ohne den Nachweis einer eigenen Straftat schon für eine Verurteilung ausreicht. Das gleiche passiert derzeit in der Schweiz mit den Basel18 und in Frankreich im Rahmen der Gilets-Jaunes-Proteste. Das sind zu viele Gleichzeitigkeiten um von einem Zufall auszugehen
Deswegen schließen wir mit dem Aufruf zur Demo am 16.02.2019, 17 Uhr am Frankfurter Tor:

“Nutzen wir den Polizeikongress im Februar als Anlass, um gemeinsam gegen die Polizei, die Sicherheitsbehörden und ihre Gesetze auf die Straße zu gehen. Gegen staatliche Gewalt und Repression. Gegen eine Welt, in der es in Ordnung ist, tausende Menschen an den Grenzen Europas ertrinken zu lassen, eine Welt in der Menschen auf Grund ihrer Bestrebungen nach Befreiung verfolgt, eingesperrt und getötet werden, eine Welt die jegliche Formen eines solidarischen und kollektiven Lebens zerstören will.”

Freiheit stirbt mit Sicherheit!

Grenzenlos, selbstbestimmt, solidarisch gegen die autoritäre Formierung und den wachsenden Polizeistaat!

Demonstration: Samstag 16.2.2019 | 17:00 Uhr | Frankfurter Tor | Berlin

Di. 15.01. – 18 Uhr | UnvermietBar vor der Potse | Potsdamer Straße 180

Am Dienstag, den 15.01. ab 18 Uhr verteilen wir bei der Mahnwache für den Erhalt der Potse warme Suppe und kühles Bier.

Wir laden alle ein mit uns zusammen den Abend vor der Potse zu verbringen und für den Erhalt von alternativer Jugendkultur in Schöneberg zu protestieren.

Nachdem die Stadt die Gebäude der BVG in der Potsdamer Straße vor Jahren zu lächerlichen Preisen verkauft hatte und zurückmietete, sind mittlerweile die Mietpreise für die Flächen so hoch, dass sie den städtischen Jugendclub nicht mehr finanzieren kann oder will. Aber die Potse will nicht weichen für die desaströse Liegenschaftspolitik der Stadt Berlin. Gerade in Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks ist es notwendig Orte für antifaschistische Jugendkulturen zu erhalten!

Die UnvermietBar ist ein Ort der Erinnerung an die brutale Zwangsräumung unseres Kiezladens im Juni letzten Jahres. Aber die UnvermietBar ist auch ein Ort des geselligen Austausches und zum Ideen sammeln für das tägliche WIDERSETZEN.
Weitere Infos zu derzeit bedrohten Projekten und Läden:

Potse: Blog / Twitter (@Potse_Berlin; #potsebleibt)
Liebig 34: Blog / Twitter (@Liebig34Liebig; #liebig34bleibt)
Meuterei: Blog ; Leute für die Meute: Blog / Twitter (@KeineBeute; #meutereibleibt)
Großbeerenstraße 17a: Blog / Twitter (#g17ableibt)
Syndikat: Blog / Twitter (@syndikat44; #syndikatbleibt)
Rigaer 94: Blog
Freibeuter: (#freibeuterbleibt)
Kamil Mode: (#kamilmodebleibt)

Interkiezionale: Blog

Di. 22.01.: „Was geht eigentlich in Kamerun?“: Filmvorführung mit Essen

Zusammen mit der Initiative „Was geht eigentlich…?“ zeigt Corasol den Film von Richard Djif „139… die letzten Raubtiere“ in Originalsprache Französisch mit deutschen Untertiteln. Der Regisseur wurde aufgrund dem politischen Inhalt seines Films inhaftiert, gefoltert und musste aus Kamerun fliehen. Die fiktionale Geschichte dieses 139 Jahren alten Diktatoren, der die Macht nicht abgeben will, hatte damals die Regierung Kamerun sehr persönlich genommen. Mehr Infos auf: http://archiv.ruhrtriennale.de/2017/de/kuenstler/richard-djif
Wann: Di. 22.01.19 ab 19:30
Wo: Heart’s Fear (Wildenbruchstr. 24, Berlin)

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En partenariat avec l‘initiative „Was geht eigentlich…?“, Corasol présentera le fim de Richard Djif „139… les derniers prédateurs“ en langue originale française et avec sous-titres allemands. Son réalisateur a été incarcéré, torturé et a dû fuir le Cameroun à cause du contenu politique de ce film. L‘histoire fictive d‘un dictateur de 139 ans refusant de céder le pouvoir n‘avait pas plu au gouvernement camerounais, à l‘époque. Plus d‘infos (en allemand): http://archiv.ruhrtriennale.de/2017/de/kuenstler/richard-djif
Quand: ma. 22/01/19 à partir de 19h30
Où: Heart’s Fear (Wildenbruchstr. 24, Berlin)

Do. 17.Jan. | 19 Uhr | Essen und Mobilisierung zur “Wir haben es satt”-Demo | @ Mahalle, Waldemarstr. 110

Die FoodCoop Schinke09 bietet am kommenden Donnerstag (17.01.) ab 19 Uhr wieder bio-veganes Essen gegen Spende im Kreuzberger Kiezladen Mahalle in der Waldemarstraße 110.

Zu dieser Gelegenheit wollen wir für die “Wir haben es satt”-Demo mobilisieren, die am 19.01. um 12 Uhr am Brandenburger Tor beginnt.

Es wird die Möglichkeit geben, sich über die Ziele der Demo zu informieren und Leute zu finden um gemeinsam hinzugehen. Außerdem haben wir Material um zusammen Schilder und Banner zu basteln.

Die “Wir haben es satt”-Demo zieht in den letzten Jahren immer über 30.000 Menschen auf die Straße um für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für Klimagerechtigkeit und gutes Essen zu demonstrieren. Damit positioniert sich die Demo gegen die Leistungsschau der industriellen Landwirtschaft – die Grüne Woche in der Messe Berlin.

Dieses Jahr führt die Demo zur zeitgleich stattfindenden Agrarminister*innen-Konferenz. Denn in diesem Jahr werden die EU-Agrarsubventionen neu verhandelt, bei denen es um jährlich 60 Milliarden Euro geht. Diese werden bisher hauptsächlich nach Fläche verteilt und nicht nach qualitativen Maßstäben. Der Demo-Aufruf fasst zusammen: “Die fatalen Folgen: Höfesterben und Monokulturen, Glyphosat und Artenschwund, Megaställe und Antibiotikaresistenzen. Stoppt die Subventionen an Agrarwüsten, Tierfabriken und Großgrundbesitz!”

Wir fordern euch deswegen auf, kommt am 19.1. um 12 Uhr zur Demo ans Brandenburger Tor!

Um die Demo herum gibt es viele weitere Veranstaltungen, zB eine Schnippel-Disko: https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/schnippeldisko/

aber auch viele Info-Veranstaltungen und Diskussionen. Das Programm kann hier eingesehen werden: https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/programm/suppntalk/

Was das Demo-Bündnis will:

Weltweites Höfesterben stoppen +++ Für gesundes Essen für alle +++ Für Klimaschutz und Artenvielfalt +++ Für artgerechte Tierhaltung und weniger Fleischkonsum +++ Für Ernährungssouveränität und gerechten Welthandel +++ Für eine Digitalisierung ohne Konzerne und Datenklau +++ Für eine Landwirtschaft ohne Ackergifte +++ Für Entwicklungszusammenarbeit mit ökologischen Grundsätzen +++ Für eine sozialgerechte bäuerliche und ökologische EU-Agrarreform (GAP) +++ Nein zur neuen Gentechnik wie Crispr und Gene Drives +++ Für ein solidarisches Europa – Geflüchtete willkommen +++


Das nächste Neuentreffen der FoodCoop Schinke09 findet am 21.02.2019 ab 19 Uhr im Mahalle (Waldemarstraße 110) statt.

Um Anmeldung wird gebeten: info (at) fcschinke09.de

kostenlose Mietrechtsberatung jeden 2. Sonntag im Monat

Es gibt nach wie vor die kostenlose Mietrechtsberatung der Friedel54 mit einem Fachanwalt des Mietrechts.

Diese findet immer am 2. Sonntag im Monat von 15.30 bis 17.00 Uhr in der Kollektivkneipe Meuterei in der Reichenberger Straße 58 statt.

Die nächsten Termine sind
13.1.
10.2. und
10.3.
jeweils ab 15.30 Uhr.

Die Termine können gerne weiterempfohlen werden.

(Änderungen werden entweder im Monatsprogramm oder den sozialen Medien der Friedel54 bekannt gegeben.)

Also, kennt und nutzt eure Rechte!
Redet mit euren Nachbar*innen und organisiert euch!

Monatsprogramm Januar

Hallo,

mit etwas Verzögerung gibt es auch diesen Monat ein volles Programm mit Terminen von uns oder Terminen, die uns wichtig sind.

Seit dem 1. Januar sind die Kollektivkneipe Syndikat und der Jugendclub Potse ohne gültigen Mietvertrag und somit quasi besetzt. Das gleiche gilt für die Liebigstraße 34 am Dorfplatz. Unterstützt die Kollektive, verhindern wir den Ausverkauf der Stadt und das langsame Sterben aller Freiräume in Berlin.

Ansonsten hat sich nur die Jahreszahl verändert. Es gibt weiterhin Kriegs- und Hungertote in Yemen, Kriegsdrohungen der Türkei gegen die syrischen Kurd*innen und deutsche Waffenlieferungen an die kriegsführenden Parteien. Die Flüchtenden haben weiterhin keine sichere Route aus den Kriegsgebieten und wer nicht gleich ertrinkt wird abgeschoben.

Faschos gibts natürlich auch noch. Und wenn sie nicht in Neukölln oder Ostdeutschland ihr Unwesen treiben, dann zünden sie mittlerweile auch in Hessen Häuser an. Als Krönung haben auch noch hessische Bullen unter dem Namen “NSU 2.0” Morddrohungen an die Anwältin Seda Başay-Yıldız verschickt, die im NSU-Prozess die Hinterbliebenen von Enver Şimşek vertrat.
Wir haben dazu etwas geschrieben: https://friedel54.noblogs.org/post/2018/12/18/nach-brandanschlagen-und-morddrohungen-in-hessen-solidaritat-ist-unsere-waffe/

Gut, dass wir wenigstens weiterhin in Syndikat und Meuterei unseren Frust weg saufen können.

Prost Neujahr!
Wir sehen uns auf der Straße und hoffentlich bald in einem neuen Kiezladen!