Solidaritätsaktion für Aaron & Balu von der Friedel54

transpi-libertad-f54In Solidarität mit Aaron und Balu haben wir gestern ein Transparent an der Hausfassade der Friedelstraße 54 platziert. Desweiteren wurden laminierte Plakate mit Informationen über die Inhaftierung der beiden auf beiden Straßenseiten aufgehängt um szeneunkundige Passant*innen über den Sinn des Transparents zu informieren (siehe unten).

In der kommenden Woche stehen die ersten Prozesstage an. Kommt vorbei und unterstützt Balu:

1. Prozesstag Balu: 11. Oktober, 9Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Raum wird noch bekanntgegeben.
2. Prozesstag Balu: 14. Oktober, 9Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Raum wird noch bekanntgegeben.

An beiden Tagen gibt es abends in der Friedel54 Veranstaltungen, die sich auf unterschiedliche Weise gegen die Knastgesellschaft richten :

11.Oktober, 20 Uhr: Deine LieblingsVokü & Briefe schreiben an Gefangene
14.Oktober, 20 Uhr: AGN-Tresen & Diskussion mit Kiralina (Support für Frauen im Knast)

 


Text des Plakats für Passant*innen (Hauptquelle: aaronbalu.blackblogs.org):

Wer sind Aaron und Balu? Warum sind sie Gefangene?img-4678

Nach mehrmonatigen täglichen Polizeischikanen, mehreren Razzien in Kneipen, Hausprojekten und Stadt­teilläden, fand am 22. Juni diesen Jahres die Law and Order Politik Frank Henkels seinen Höhepunkt, als 300 Polizeibeamte und Bauarbeiter besetzte Räume in der Rigaer Straße 94 ohne richterlichen Beschluss räumten.

Im Zuge der europaweiten Solidarität mit dem betroffenen Projekt fand am 09.07. in Berlin eine Demonstra­tion statt, an deren Rand es zu Ausschreitungen kam und bis zu 86 Menschen festgenommen wurden. Zwei davon wurden dem Haftrichter vorgeführt und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Diese zwei waren Aaron und Balu.

Bei den beiden handelt es sich um zwei Menschen, deren Lebensmittelpunkt eigentlich Münster und Wien sind. An ihnen soll ein Exempel statuiert werden. So geht es weniger um die konkreten Vorwürfe, als viel­mehr darum die Solidarität mit Hausbesetzungen „abzustrafen“ und vielen anderen Angst zu machen

Normalerweise wird U-Haft gegen Tatverdächtige und Beschuldigte verhängt, wenn die Staatsgewalt Angst hat, dass diese untertauchen oder wegen fehlendem festem Wohnsitz nicht auffindbar sind. Ein weiterer Anlass für U-Haft ist häufig die Annahme, dass Beweise vernichtet werden könnten – die sogenannte Ver­dunklungsgefahr. Eine lange Untersuchungshaft soll die Angeklagten bestrafen, sowie im Falle einer Be­währungsstrafe oder Freispruchs, zermürben und gefügig machen. Nichts würde der Justiz mehr passen, als reuige Angeklagte. Egal wie kämpferisch oder nicht kämpferisch Gefangene von außen wahrgenommen werden: Knast bedeutet eine Extremsituation für die Betroffenen.

img-4681Aaron und Balu werden Vorwürfe wie schwerer Landfriedensbruch, Verstoß gegen das Versammlungsge­setz, Widerstand, Sachbeschädigung und gefährliche bzw. versuchte gefährliche Körperverletzung ge­macht. Da es sich um normale Demonstrationsgeschehnisse handelt, deren Beweissicherung mit der Fest­nahme vor Ort definitiv abgeschlossen ist, liegt keine Verdunklungsgefahr vor. Auch die üblichen Gründe für die Annahme der Fluchtgefahr liegen nicht vor, da beide eine feste Bleibe haben.

Jede*r in Berlin merkt, wie die kapitalistische Stadtpolitik dafür sorgt, dass ganze Bevölkerungsschichten aus Kiezen verdrängt werden. Mehr als 10000 Räumungsklagen im Jahr 2015 sagen einiges darüber aus. Nach unserer Ansicht ist das Problem Eigentum an Wohnraum bzw. Grund und Boden, welches in diesem System höheren Stellenwert hat als die Menschen, die diesen bewohnen.
Besetzungen sind die logische Konsequenz eines Rechts auf Stadt, dass wir einfordern und erkämpfen müssen. Will die Polizei Wohnungen mit Räumungstitel, besetzte Häuser oder in Kürze die Friedel54 räu­men, ist es wichtig, dass diese Räume verteidigt werden. Aaron und Balu haben das bei der Rigaer94/Kadterschmiede getan, weshalb wir in tiefer Solidarität zu ihnen stehen.

Keine*r ist allein! United we stand – Divided we fall!

Für mehr Infos: aaronbalu.blackblogs.org

Tresen der Anarchistischen Gruppe Neukölln – Fr. 09.09., 21 Uhr

Diesen Freitag (07.09.) findet ab 21 Uhr der Tresen der AGN in der Friedel 54 statt. Diesmal gibt es kein spezielles Programm. Dafür Musik, kalte Getränke, kostenlosen Kicker und ihr könnt auch gerne mal wieder einen Blick in die Freebox werfen oder sie auffüllen, falls ihr Dinge übrig habt, die ihr nicht mehr braucht.
Außerdem gibt es einen Bücher- und Infotisch, den ihr durchstöbern könnt.

[Demo] 10. September: Mietrebell*in: Kampf den Mieten, Zwangsräumungen und Sozialabbau!

PosterAm 10. September, also in genau einer Woche, findet in Berlin eine große, außerparlamentarische Mieter*innen-Demonstration statt. “Gemeinsam gegen Verdrängung, Verarmung und den Ausverkauf der Stadt” ist das Motto, und soll nicht nur Appelle an Bezirks- und Landespolitik richten. [1]

Vielmehr werden am kommenden Samstag die vielen stadtteilpolitischen Initiativen, kämpfenden WGs, Hütten, ihre spezifischen und doch vereinten Kämpfe auf die Straße tragen und solidarisch beisammenstehen.

Denn auch in Zukunft gibt es kein Vertrauen in Parteien und Repräsentant*innen zu verlieren: die rassistische und neoliberale Wohnungspolitik kann nur durch eine starke Selbstorganisierung in den Häusern, in den Kiezen bekämpft und mit anderen Kämpfen um Würde verknüpft werden. Die weiterhin hochaktuellen, sich womöglich noch zuspitzenden Kämpfe um den “Revolutionsbedarfsladen” M99, dem Stadtteiladen “Friedel 54”, der Rigaer 94, den Besetzungen für ein “Social Center 4 all”, die Kämpfe gegen die Lagerunterbringung der Menschen auf der Flucht und die zahlreichen, alltäglichen Kämpfe gegen Mietsteigerungen und Zwangsräumungen zeigen auf, wie wichtig es ist, solidarisch, praktisch und kollektiv das Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Hierfür werden wir aus Friedrichshain, Wedding und Neukölln gemeinsam Anreisepunkte aus den Kiezen organisieren und gemeinsam zur Demonstration fahren.

 

Für Selbstorganisierung und Selbstverwaltung in unseren Kiezen!

Am 18. September finden in Berlin die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen statt. Die Parteien versprechen das Blaue vom Himmel. Slogans wie »Berlin bleibt bezahlbar« sind der blanke Hohn, angesichts der massenhaften Verdrängung von Mieter*innen – überall in der Stadt.

Kämpferische Mieter*innen sollen isoliert und kriminalisiert werden, wie die Auseinandersetzung um »Law & Order« im Zuge der rechtswidrigen Räumung in der Rigaer Straße 94 durch die Berliner Polizei zeigte. Wer Widerstand gegen existenzbedrohende Räumungen und exorbitante Mieten leistet, läuft Gefahr, von der herrschenden Politik als »Extremist« diffamiert zu werden.

Das ist absurd, denn gleichzeitig treibt der Berliner Senat seit Jahren die touristische Vermarktung der Stadt voran und fördert die Verarmung vieler Bewohner*innen weiter. Privatisierungen von Mietwohnungen, Zwangsräumungen, der drohende Verlust zehntausender Sozialwohnungen, die Isolation von Geflüchteten in menschenverachtenden Lagern – der Senat gibt sich Mühe, die Menschen der Stadt zu spalten und weiter an den gesellschaftlichen Rand zu drängen. Durch Hartz IV und niedrige Löhne bleibt immer weniger zum Leben. Von dem geringen Einkommen geht ein wachsender Teil für die Miete drauf. Die Innenstadtbezirke sind für viele Menschen nicht mehr bezahlbar.

Wir können nicht auf leere Wahlversprechen hoffen und bauen stattdessen auf Solidarität und unsere kollektiven Kämpfe gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung.

Die alltäglichen Kämpfe von Nachbar*innen, in allen Kiezen dieser Stadt, ob in der Friedelstraße 54, der Koloniestraße, der Dubliner Straße; den Kämpfer*innen für ein »Soziale Zentrum für Alle«; dem Widerstand von HG und Freund*innen um den Revolutionsbedarfsladen »M99« sowie die zahlreichen noch weniger bekannten Kämpfe gegen Verdrängung und Vereinzelung zeigen: Widerstand ist möglich und nötig!

Gegen hohe Mieten und drohende Räumungen helfen Mietstreiks und gemeinsame Blockaden. Schließen wir uns mit unseren Nachbar*innen zusammen und gründen Haus- und Kiezversammlungen. Unterstützen wir uns durch Prozessbegleitungen und bei Besuchen von Hausverwaltungen oder Eigentümer*innen. Organisieren wir uns gegen die alltäglichen Zumutungen: Berlin bleibt Risikokapital!

Rücken wir zusammen und zeigen, dass ein selbstbestimmtes Leben möglich ist abseits der kapitalistischen und rassistischen Gesellschaft, in der das Streben nach Rendite und Profit im Mittelpunkt steht.

Auf zur Mietendemonstration am 10. September in Berlin!
14:00 Uhr – Platz der Luftbrücke (U6)

Reiht Euch ein – kommt zum Mietrebell*innen-Block!

Wir wollen Wohnungen!

bisherige aufrufende Gruppen:

Hände weg vom Wedding – http://haendewegvomwedding.blogsport.eu
radikale linke | berlin – http://radikale-linke.net
Stadtteilladen Friedel54 – http://friedel54.noblogs.org
BASTA Erwerbsloseninitiative – http://basta.blogsport.eu
Klassenkampfblock – http://klassenkampfblock.blogsport.eu

**** Infos zur Mietenstopp-Demonstration ****

[1] Aufruf: http://mietenstopp.blogsport.de/2016/08/22/gemeinsam-gegen-verdraengung-…

Materialien zur Demonstration: http://mietenstopp.blogsport.de/demonstration-10-09-2016/

**** Anreise aus den Kiezen ****

Friedrichshain: 13:00 Uhr – Dorfplatz

Wedding: 12:30 Uhr Koloniestraße/ Badstraße (gemeinsam mit den kämpfenden Mieter*innen der Koloniestraße)
13:15 Uhr U-Bhf. Leopoldplatz (U6, Gleis in Fahrtrichtung Alt-Mariendorf)

Neukölln: 13:00 Uhr Hermannplatz

 

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Anti-Repression-Burger-Küfa | Di. 16.08. | 19:30

KüFaDie Anarchistische Gruppe Neukölln (anarchistischegruppe.noblogs.org) sammelt Solikohle für zwei Freunde, die letztes Jahr von Bullen in der Zelle verprügelt und misshandelt wurden und nun dafür verklagt werden. Als Anreiz zum Spenden gibt es vegane Burger mit Pommes und Nachtisch.

 

Hintergrund:

Für wen und warum die Soli-Kohle:

Dass der Staat mit seinem Gewaltmonopol auf brutale & sadistische Art und Weise agiert, ist für viele von uns nichts Neues. Zwei Freunde & Genossen mussten dies im Herbst 2015 auf schmerzliche Weise erfahren. Was als netter Festivalbesuch begann, endete isoliert in der Gewahrsamszelle mit sadistischen Misshandlungen. Der Umstand, dass die beiden betrunken waren & zudem gegenüber den Bullen kein Blatt vor den Mund nahmen, sahen eben diese als Legitimation massive körperliche Gewalt anzuwenden. Einer der Genossen wurde von den Bullen schikaniert, gedemütigt und lediglich mit einer Unterhose bekleidet in der ungeheizten Zelle eingesperrt. Bereits auf dem Weg zum Gewahrsam wurde ihm eine Zahnecke ausgeschlagen & ein Ohrring raus gerissen. Der andere wurde an Händen und Füßen mit Handschellen fixiert und mehrfach ins Gesicht geschlagen. Die Folge waren blau geschlagene Augen und mehrere Prellungen an Kopf und Gesicht. Diese gewaltgeladene Schikane hielt bei beiden die Nacht über an, bis sie nach 7 Stunden entlassen wurden.

Diese Tatsache ist ekelhaft genug. Dennoch legen die Bullen hierbei ordentlich mit Repression nach. Den Genossen werden die Tatvorwürfe Beleidigung, Sachbeschädigung, Widerstand geg. Vollstreckungsbeamte & Körperverletzung vorgeworfen. Alles in allem stehen repressive Forderungen von mehreren Tausend Euro im Raum.

Dies ist in Polizeizellen bei weitem kein trauriger Einzelfall. Niemand weiß wie viele Menschen ähnliches erlebt haben & sich darüber ausschweigen. Ihnen gebührt grenzenlose Solidarität & in Gedanken sind wir bei unseren Soli-Veranstaltungen gleichermaßen bei ihnen.

Solidarität mit allen Opfern von Polizeigewalt und Willkür! Gegen die scheinheilige Ordnung dieses Staates durch sein Gewaltmonopol!

Zwangsräumung vom M99/ HG verhindern! 09.08. | 08:00 | Manteuffelstr. 99 [UPDATE: Termin verschoben]

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Update: Der Termin für die Zwangsräumung wurde verschoben. Checkt hierzu die Seite von Bizim Kiez http://www.bizim-kiez.de/blog/2016/08/05/raeumung-bei-hgm99-aufgeschoben-sammlung-der-presseberichte/

Der rollstuhlabhängige HG betreibt den “M99 – Gemischtwarenladen mit Revolutionsbedarf” in Kreuzberg seit über 30 Jahren. Er kann dort ein selbstbestimmtes Leben führen und hat große Unterstützung im Kiez. Der Eigentümer Hellmann, der 2011 “80 bis 90 Mill. Euro” Umsatz machte, will HG am Dienstag, den 9.8. um 9 Uhr räumen lassen. Wir werden uns der Zwangsräumung zusammen mit anderen Gruppen und Nachbar*innen entschlossen entgegenstellen.

Aber nicht nur der Tag der Zwangsräumung ist wichtig. Wir wollen bereits im Vorfeld die Leute im Kiez und darüber hinaus ansprechen. Viele sind ebenfalls von hohen Mieten und Verdrängung betroffen. Und sie sind wütend auf gesellschaftliche Verhältnisse, die u.a. diese Zwänge hervorbringen.

Unser Antwort darauf: solidarischer Widerstand.
Unsere Erfahrung: kein Widerstand ist umsonst, nichts ist festgeschrieben, Geschichte wird gemacht.

Was könnt ihr machen?

– Verbreitet die Termine und den Räumungstermin – sprecht mit euren Nachbar*innen
– Kommt zu den Veranstaltungen und Demos, bringt Freund*innen und Nachbar*innen mit
– Klebt Plakate und Flyer (wo ihr die bekommt oder zum ausdrucken steht auf unserem Blog)
– Macht Soli-Aktionen (Fotos, Transpis usw.) und teilt sie uns mit
– Hängt Transparente oder Bettlaken für M99 aus den Fenstern
– Bringt Essen und Getränke am Tag der Räumung mit
– Fordert die Polizei auf, die Räumung abzubrechen
– Macht Lärm mit Kochtöpfen und Trillerpfeifen

Termine:

So 07.08. 16.00 Uhr: Heinrichplatz – Kiezdemo
Di 09.08. 08.00 Uhr: HG/M99 – Zwangsräumung verhindern

Es wird ein Frühstück gegen Zwangsräumung vorm Laden geben. Desweiteren einen Infopunkt am 9.8. 07.00 Uhr auf dem Heinrichplatz.

Di 09.08. 18.30 Uhr: Kotti – Abenddemo (für alle die am Morgen vielleicht keine Zeit haben)

– Das ganze Wochende: Dezentrale Aktionen

Weitere Infos: indymedia und berlin.zwangsraeumungverhindern.org

[Demo + Festival] Wir brauchen Platz! – Demo zum Festival | 17.07. | 11:30 | Start: Bockbrauerei, Ziel: Dragonerareal

2016-07-05-Banner_Sonntag, 17.Juli 2016 ab 11:30
Start: Bockbrauerei, Fidicinstraße 3 / Wasserturm
Ziel: sogenanntes Dragonerareal in X-Berg 61
11:30 Demo von der Bockbrauerei zum sogenannten Dragonerareal
ab 13:30 Festival im Gretchen


Hat in Berlin nur noch Platz, wer ordentlich zahlen kann? Wir sagen nein! Kommt zur Demo und zum Festival.

Kleingewerbe, HandwerkerInnen, Kultureinrichtungen, von Zwangsräumungen Bedrohte, bereits Wohnungslose, SozialhilfeempfängerInnen, prekär Beschäftigte, Geflüchtete, MieterInnen und HausprojektlerInnen… – das sind wir und wir sind Teil unserer Nachbarschaften und in diesen brauchen wir unseren Platz!

Kreuzberg61 ist einer der Hotspots von Verdrängung, Gentrifizierung und Mietpreissteigerung in Berlin. Das Areal der Bockbrauerei und das sogenannte Dragonerareal sind zwei Beispiele dieser Entwicklungen. Die Bockbrauerei, bisher ein Zentrum für lokales Gewerbe und Kultureinrichtungen, wurde Anfang des Jahres an einen Investor verkauft, der hier hochpreisigen Wohnungsbau realisieren möchte. Für die bisherige Nutzung ist dann kein Platz mehr.
Auch das sogenannte Dragonerareal sollte letztes Jahr an einen Investor verkauft werden. Der Bundesrat stimmte schon im September 2015 gegen diese Privatisierung. Seit dem ist allerdings nichts passiert: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) unter Finanzminister Schäuble weigert sich, den Verkauf rückabzuwickeln. Die Situation der zahlreichen GewerbemieterInnen des Geländes ist weiter unsicher, der Bau wirklich bezahlbarer und dauerhaft abgesicherter Wohnungen, die im Kiez so dringend fehlen, dadurch nicht möglich. Zwischen den beiden Arealen tummelt sich auf unserer Demoroute leider der ganz normale Mietenwahnsinn von Zwangsräumungen, Umwandlung in Eigentum, Ferienwohnungen und spekulativem Leerstand.

Dagegen gehen wir auf die Straße!

Los geht’s an der Bockbrauerei, gefeiert wird auf dem sogenannten Dragonerareal, wo uns am Ende der Demo – ab 13:30 – das Festival „Dragonale“ erwartet.

Wir brauchen Platz! – Um diesem Anspruch Ausdruck zu verleihen, fordern Stadt von Unten und andere lokale Initiativen seit langem einen Kiezraum auf dem sogenannten Dragonerareal – einen Ort für gemeinsames Pläne schmieden, einen Ort für Nachbarschaft, einen Ort an dem über die Zukunft des Geländes beraten und entschieden werden kann.

Wir wollen Wohnungen! – „Wat ick für mich will, dat is ja einfach, ne bezahlbare anjemessene Wohnung, det muss keen Schloss oder sonstwat sein [..] Im Großen und Ganzen kann ick sagen, wir wollen Wohnungen, für alle.“ – so ein Aktiver im Bündnis Zwangsräumung Verhindern, welcher derzeit im räumungsbedrohten Männerwohnheim in der Berlichingenstr. 12 in Moabit lebt.

Zusammen mit der Kampagne Wir wollen Wohnungen! fordern wir gemeinsam mit Betroffenen von Zwangsräumungen, Mieterhöhungen und Wohnungslosen guten Wohnraum für Alle und den Platz der uns zusteht.

Informationen unter: http://www.stadtvonunten.de und http://wiwowo.zwangsraeumungverhindern.org/

Demonstration: Wohnungen statt Lager – Solidarische Strukturen erhalten und schaffen! | 04.07. | 17 Uhr | Bornitzstr. 102

english below

——————–

Aufruf zur Demonstration: Wohnungen statt Lager – Solidarische
Strukturen erhalten und schaffen!
Wir von „Stop Deportation” sind selbstorganisierte Geflüchtete aus
verschiedenen Lagern in Berlin und organisieren am Montag den 4.7.2016 um 17 Uhr eine Demonstration vom Lager in der Bornitzstraße 102 (Nahe S/U-Lichtenberg) zur Rigaerstraße 94.

Das Lagersystem für Geflüchtete in Deutschland ist unerträglich. Die
Verhältnisse in der Asylunterkunft in der Bornitzstraße 102 sind
exemplarisch hierfür. Hier sind ca. 500 Menschen dazu gezwungen auf
engstem Raum miteinander zu leben. Seit Kurzem spitzen sich auch diese
Verhältnisse zu. Wegen Bauarbeiten im obersten Stockwerk wurden viele
von uns gezwungen in große Säle umzuziehen, in denen ca. 50-60
Menschen auf engstem Raum schlafen und leben. Auf 10m² kommen 4
Menschen. Eine Privatsphäre ist nicht vorhanden. Die Menschen, die sich
gegen diesen Umzug gewehrt haben, wurde von den Securities physisch
gezwungen.

Seit langem fordern wir, dass wir selbst entscheiden können was wir
essen. Denn das Essen in der Kantine des Lagers schmeckt nicht und ist
immer das Gleiche. Die Alternative zu diesem Essen ist es, sich drei
Tage im Voraus in eine Nutzungsliste für eine einzige (!) Küche
einzutragen. Diese ist nur wenige Stunden am Tag geöffnet. Da wir
offiziell mit Essen versorgt sind, bekommen wir nur sehr wenig Geld, was
das Kochen noch schwieriger macht.

Wir von „Stop Deportation” haben vor der Räumung der
„Kadterschmiede” in der Rigaer94 regelmäßig dort gekocht und gegen
Spende für dieses ein wenig Geld eingenommen. Dieser Raum war nicht nur
für uns ein Ort der Begegnung und Vernetzung sondern auch für viele
andere diskriminierte Menschen. Dass dieser Ort nun geräumt wurde um
angeblich ein neues Lager zu installieren, mit den selben Bedingungen,
gegen die wir kämpfen, ist wirklich zynisch.

Wir fordern den Erhalt der „Kadterschmiede” als Ort der Solidarität
an dem Geflüchtete und AktivistInnen zusammen kommen können. Gleiches
gilt auch für den Wagenplatz Kanal, den der Bezirk Neukölln plant zu
räumen, um dort ein Containerlager zu bauen.

Stattdessen fordern wir Wohnungen für Geflüchtete mit eigenen Zimmern
und einer eigenen Küche. Wir wollen selbst entscheiden mit wem wir in
einer Wohnung leben und ganz normale Nachbarn sein, statt in Lagern
isoliert zu werden. Wir wollen keine Kantinen, die für uns
ungenießbares Essen kochen. Das können wir selbst und dann schmeckt es
auch.
Wohnungen statt Lager! Solidarische Strukturen müssen erhalten bleiben
und aufgebaut werden!

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Call for demonstration: Flats instead of camps – Let’s maintain and
create solidary structures

We – members of „Stop Deportation” – are refugees from different
refugee camps in Berlin who organized autonomously. We are planning a
demonstration for Monday the 4th of July | 5 p.m. from one camp in
Bornitzstraße 102 (close to S/U-Lichtenberg) to the project on
Rigaerstraße 94.

The refugee camp-system in Germany is unacceptable. Conditions in the
shelter for asylum seekers at Bornitzstraße 102 are typical examples of
the situation. 500 people are forced to live together in confined space.
Now even these horrible conditions have worsened. Because of
construction-works on the upper level, people were forced to move from
their tiny rooms in big halls, where they have to sleep and live with
50-60 individuals. 4 persons share together a living space of up to
about 10 m². This is absolutely a lack of privacy.  People who refused
to move, where physically forced to do so.

For some time now we have been asking and demanding to choose what we
eat since the food from the canteen in the camp is always the same and
most of the people don’t like how it tastes. The only alternative is to
register on a list for using the only (!)kitchen, which is only open a
few hours a day for us. It needs 3 days after registration to get a
fixed date. But because we officially receive food, we only get very
little additional money from the Senat. This makes it even more
difficult to cook what we actually want to eat.

Before the eviction of the ‘Kadterschmiede’ in Rigaer94 we cooked there
regularly, so we could decide on our own what to cook and also shared
with guests on a donation basis. This room was not only for us a place
to encounter people and create a solid network, but also for other
discriminated people. It is cynical to evict this center to install a
new camp with the same bad conditions we are fighting against.

We demand to preserve the ‘Kadterschmiede’ as a space of solidarity,
where refugees and activists can come together! We demand the same for
the ‘Wagenplatz Kanal’, which is also threatened of eviction and where
the district is planning to build a container-camp for refugees.

Instead of this we demand flats for refugees with private rooms and
their own kitchens. We want to decide on our own with who and where we
are going to live. We want to be normal neighbors who are no isolated in
refugee-camps. We don’t want canteens that cook uneatable food for us.
We are capable to do it on our own – and it will even taste better!

Flats instead of camps – solidarity structures have to be created and
preserved!

 

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Friedel-Brunch am 03.07. um 13 Uhr

Trotz Fusion findet am Sonntag (03.07.) wie gewohnt der monatliche Brunch von der Friedel für die Friedel in der Friedel statt.  Um 13 Uhr gehts los.

Kommt vorbei und bringt gerne auch was zum Essen mit, damit es ein wahrhaft köstliches, vielseitiges Schemmen wird!

Wir freuen uns auf euch!

12. Kiezversammlung (03.07.) & Offene Kiezgesellschaft #5 (05.07.)

Am Sonntag, den 03.07. um 12 Uhr findet die 12. selbstorganisierte Kiezversammlung in der Manege (Rütlistraße 1-3) in Neukölln statt.

Dabei geht es darum gemeinsam gegen den Ausverkauf unseres Zuhauses, gegen dieVerdrängung aus unseren Kiezen und für das Recht auf Wohnen zu kämpfen.
Für mehr Infos (English, Türkçe Español): http://www.kiezversammlung44.de/
logo44

 

 


OKG#5_Flyer_vorneAm Dienstag, den 05.07. um 19:30 findet die Offenen Kiezgesellschaft #5 in der KollektivBar ES (Pflügerstr. 52, Neukölln) statt.

Diesmal sind zu Gast:

  • KUEKeN, Kreis für Umwelt, Erwachsene, Kinder und ernsthafte Nachhaltigkeit
  • ELENE, Nachbarschaftszentrum Hobrechtstr.

Die offenen Kiezgesellschaft ist dafür da, sich zu begegnen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Initiativen aus dem Kiez kennen zu lernen.

Für weitere Infos besucht Facebook

 

[Kiezdemo – 25.Juni] Gegen Verdrängung und Räumungen – Solidarität mit der Rigaer94

Soli R94_smallKiezdemo in Solidarität mit der teilgeräumten Rigaer94 und allen anderen Betroffenen von Verdrängung und denen, die sich dagegen wehren!

25. Juni – 14:00 Uhr – Hermannplatz

Am 22.6. wurde in der Rigaer Str.94 der soziale Treffpunkt „Kadterschmiede“, die angrenzende Werkstatt und der dazugehörige Garten ebenso wie der besetzte Dachboden im Vorderhaus von der Polizei geräumt. Begleitet von enormer Propaganda der Eigentümer, der Polizei sowie der bürgerlichen Presse soll diese Räumung als legitim und sozial verkauft werden. Den Höhepunkt dieser verlogenen Scheiße bildete die Darstellung einer eher harmlosen Schreckschusspistole als tödliche Waffe. Hysterisch stürzte man sich in den ersten Stunden der Räumung auf den angeblichen Pistolenfund, wohingegen das Dementi –wenn überhaupt – kaum wahrnehmbar war. Die Räumlichkeiten sind zwar für´s erste von Bullen und Securitys besetzt, wir sind jedoch vorsichtig optimistisch, dass wir bald wieder den Kulturraum „Kadterschmiede“ besuchen können.

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